SUPERDEMOKRATIE - Der Senat der Dinge

Drei Kulturinstitutionen werden im Oktober während der Ausstellung SUPERDEMOKRATIE mit dem belgischen Senat im Dialog stehen. BPS22 in Charleroi, BOZAR in Brüssel und M HKA in Antwerpen geben der aktuellen Problematik des Senats eine kulturelle Dimension

1.10.2017 - 31.10.2017

Vaast Colson

image: (c) M HKA, Collection M HKA
1 hour 30 minutes sculpture, 2003
Print , 86.5 x 88.6 x 5 cm
lambda print

Ein unscharfes Schwarzweiß-Foto zeigt uns drei Männer, die begierig einen Haufen Geld in einer Vitrine anschauen, das zum Greifen nahe liegt, denn im Glas wurde ein kreisförmiges Loch ausgeschnitten. Es ist eine Momentaufnahme mit Überwachungskamera. Unter dem Bild wird ein Text dargestellt, der die Zuschauer über den genauen Kontext des Geschehens informiert, und ein Dankwort des Künstlers an die drei Männer.

Vaast Colson schnitt das zylinderförmige Loch mit einem exakten Durchmesser von 25 Zentimeter in die Vitrine des Ausstellungsraums ‘Looking Glass window-gallerie’ in der Dansaertstraße in Brüssel. Der Name der Galerie verweist auf die Tatsache, dass sie nicht öffentlich zugänglich ist. Es ist eigentlich eine Ausstellungsvitrine. Der Künstler versuchte somit eine Weise zu finden, wie er die Aufmerksamkeit der Passanten auf sich lenken konnte.

Vaast Colson schloss das so gemachte Fensterloch mit Hilfe eines Ballons wieder zu. Die eigentliche Skulptur, die sich hinter dem Fensterloch befand, bestand aus 500 Ein-Euro-Münzen, die auf einem Sockel gestapelt wurden. Mit dieser Geldskulptur forderte er den Zuschauer heraus: wer wagt es, den Lufballon zu zerplatzen, um sich das Geld zu nehmen?

Die drei Männer, die auf dem Foto zu sehen sind, wie im Text unter dem Foto erklärt wird, haben die Initiative ergriffen. Die Zeit und somit der Titel des Werks wurde demnach von ihnen bestimmt.

Dieses Ereignis stellt sofort ein wichtiges Element im Werk von Vaast Colson ins Licht, d.h. die Beteiligung von Dritten. Die Interaktion und die Anwesenheit eines Publikums ist für ihn sehr wichtig. Die Aktion, in diesem Fall das Wegnehmen von Geld, steht beim Künstler sehr oft im Mittelpunkt. Das Foto ist eine Erinnerung, ein Überbleibsel der Aktion.